Das Frankenreich einige Daten zusammengestellt von Kornelia Neuner



Zu Beginn des Jahrhunderts bildete sich nördl. der Alpen das Reich der Franken. Zwischen Schelde und Rhein beheimatet, erfuhr dieser Stamm unter seinen Fürsten Chlodwig (482 - 511) aus dem Geschlecht der Merowinger, innerhalb kurzer Zeit einen mächtigen Aufstieg.

Im Jahre 496 vertrieb er die nach Gallien vorstoßenden Alemannen und drang bis in das Maingebiet vor. (Dieses gilt bis heute als das eigentliche Franken.)

Nach dem Tode Chlodwigs wurde das Frankenreich unter seinen Söhnen aufgeteilt.

Theuderich - Chlodomer - Childebert - Chlotar

Der jüngste Sohn Chlotar I (558 - 561) vereinigte als letzter Überlebender aus Chlodwigs Familie alle fränk. Länder, sowie die jüngsten Eroberungen. Nach seinem Tod führten seine 4 Söhne die Zerstückelung in anderer Form wieder fort.

Charibert starb im Jahre 567 ohne Erben.

Sigigbert wurde 8 Jahre später ermordet.

Chilperich der Jüngste (Herrscher von Neustrien) wollte nach Sigiberts Ermordung sich in den Besitz von Austrien bringen, doch der austrische Adel unter der Führung der Arnulfinger und Pippiner vereitelten seinen Plan.

Als im frühen 7 Jahrhundert Chlotar II (613-629) von Neustrien als einziger Merowingerherrscher übrigblieb, waren die Austrier stark genug Dagobert zu ihren eigenen König zu ernennen.

Die fränk. Randgebiete : Alemannien, Thüringen und Bayern verselbständigten sich unter eigenen Herzögen. Die freien fränk. Kernländer : Austrien, Neustrien und Burgund wurden von sogenannten Hausmeiern (wichtiges Hofamt) verwaltet. Ihre Aufgabe war die königl. Güter zu verwalten.

Bei den Karolingern, in deren Familie das Amt der Hausmeier in Austrien erblich geworden war, übte der Karolinger Pippin II der Mittlere (679-714 )in Austrien, Neustrien und Burgund im ganzen Merowingerreich die Herrschaft aus.

Sein Sohn Karl Martell (714 -741) konnte seine Macht so stärken, daß er die selbstständigen Randgebiete (außer Bayern) in seine Herrschaft zurückholte. Nach germanischer Tradition teilte Karl Martell sein Reich vor seinem Tod unter seinen Söhne auf.

Karlmann erhielt den Ostteil mit Austrien, Schwaben und Thüringen.

Pippin den Westteil mit Neustrien, Burgund und der Provence.

Aquitanien und Bayern wurden mit militärischer Gewalt in den fränk. Machtbereich zurückgeholt.

Die Könige aus der Dynastie der Merowinger existierten nur noch als Schattenkönige, ohne jede Macht. Der letzte Merowingerkönig verschwand in einem Kloster.

Der Papst schloß sich der traditionellen germanischen Anschauung an, nach der der reale Machtinhaber auch der offizelle Herrscher sein soll. So wurde Pippin, Sohn von Karl Martell, König des fränk. Reiches. Die päpstl. Zustimmung zu den Dynastiewechsel war allerdings nicht ohne Gegenleistung gegeben worden. Man verpflichtete sich dem Papst militärische Unterstützung gegen die Langobarden zu gewähren, die das Papsttum bedrängten.

Der Vertrag der beiden Mächte wurde im Jahre 754 von Ponthion und Quierzy bestätigt. Rom wurde unter fränk. Schutz gestellt. Pippin erhielt für sich und seine Söhne den Ehrentitel : Schutzherr der Römer

Pippin gewann den Feldzug gegen die Langobarden und übergab dem Papst die abgewonnenen Gebiete um Ravenna. (Pippinische Schenkung) Diese Gebiete mit dem Gebiet von Rom bildeten später den Kern des Kirchenstaates, aus dem geistl. Oberhaupt der kath. Kirche war somit auch ein weltlicher Herrscher geworden.

Pippin teilte im Jahre 768 sein Reich unter seinen Söhnen auf. Karl und Karlmann. Der Tod Karlmanns im Jahre 771 ersparte dem Frankenreich einen langjährigen Bruderkampf um die Alleinherrschaft.

Unter Karl dem Großen (768-814) erlebte das Frankenreich seine Hochblüte.

In den Jahren 789 - 812 führte er Kriege unter anderen auch gegen die Slawen und Sorben.

Im Jahre 800 am Weihnachtstag wurde Karl zum Kaiser gekrönt durch Papst Leo III.

Karl der Große starb im Jahre 814.

Sein Sohn Ludwig (814-840) der Fromme, er verfügte im Jahre 817 eine neue Art der Erbfolgeverordnung. Sein ältester Sohn Lothar , sollte neben der Kaiserwürde die Hauptmasse des Reiches übernehmen, die beiden anderen Söhne mit Teilgebiete abgefunden werden. Er umstieß seine eigene Ordnung, um für seinen Sohn aus zweiter Ehe, Karl den Kahlen, auf Kosten der anderen Söhne ein weiteres Teilbereich zu bilden. Dies war der Anlaß von Aufständen und Bruderkriegen. Am Ende stand eine Reichsteilung im Jahre 843.

Lothar I erhielt neben der Kaiserwürde den von der Nordsee bis nach Italien reichenden Mittelteil des Reiches.

Ludwig der Deutsche den Ostteil.

Karl der Kahle den Westteil.

Im Jahre 870 verschwand bereits der nicht lebensfähige Mittelteil. Karl der Kahle, gliederte seinem Reich Italien an. Ludwig der Deutsche übernahm einen Großteil des Nordens.

Aus dem Lotharii regnum entstand der Name Lothringen.

Die Dynastie der Karolinger im Ostteil des Reiches starb mit Ludwig dem Kind aus. Im Westen behaupteten sie sich offiziell bis 987.

Italien blieb sich selbst überlassen. Die Kaiserkrone wurde zum Spielball ital. Kleinkönige. Die Eigenentwicklung des zerbrochenen Frankenreiches war nicht mehr aufzuhalten.

Der weitgehende romanisierte Westteil behielt den Namen Frank - Reich.

Der im wesentlichen germanische Ostteil wurde später nach der fränkischen Volkssprache der lingua theodisca (= deutsch) benannt.